
Kronen Zeitung
SC NEUSIEDL
Stürmige Zeiten in der Seestadt!
Nach zwei Spielen trennt sich der SC Neusiedl von Trainer Muhammet Akagündüz. Die Enttäuschung ist in beiden Lagern groß.
Fehl-Restart in der Ostliga, Trainerentlassung und die Abstiegssorgen werden auch nicht weniger. Alle, die es mit den grün-weißen aus dem Nordburgenland halten, müssen besonders in dieser Saison Nerven aus Stahl zeigen. Und sich an neue Namen an der Seitenlinie gewöhnen. Kurz nach der Niederlage gegen Donaufeld wurde der bereits dritte Trainerwechsel in dieser Saison vollzogen. Nach Erfolgscoach Rapp und Missverständnis Sadovic muss nun auch Muhammet Akagündüz seine Koffer wieder packen.
Keine Zeit für Experimente
„Es ist ihm nicht gelungen, in der Zeit, die er da war eine Mannschaft zu bilden“, betont man vonseiten der Klubführung. „Er ist sicher ein guter Trainer, aber er hat nicht zu unserem Verein gepasst.“ Gerade in der brenzlichen Lage, in der sich die Neusiedler befinden, ist Zeit ein Luxus, den man nicht hat. „Wir sind mitten im Abstiegskampf. Und in einer Situation, in der wir nicht experimentieren können, sondern punkten müssen.“ So zählt in der Ostliga oft, weniger ist mehr, auch im Spielsystem. „Er gab der Mannschaft zu viele Inputs, wollte jede Woche etwas anderes probieren. Unsere Spieler wussten gar nicht, was sie machen sollten und waren dadurch total verunsichert“, fügt er hinzu.
Viel Geduld hatte man mit dem 48-Jährigen aber nicht. Nach nur zwei Pflichtspielen an der Seitenlinie war wieder Schluss. Dabei deutete sich schon in der Vorbereitung an, dass nicht alles rund läuft. „Bevor wir ihn verpflichtet haben, wurde klar gesagt, welchen Fußball wir spielen wollen“, so Gabriel. „Akas“ Vorstellungen passten nicht zur Linie der Neusiedler – die Differenzen waren vorprogrammiert.
Früher „Vertrauensbruch“
Der Ex-Coach zeigte sich nach der Entlassung sichtlich enttäuscht. „Natürlich hätte ich mir mehr Zeit gewünscht. Die braucht man eben, um langfristig Stabilität und Sicherheit aufzubauen“, zieht Akagündüz Bilanz. Diese Geduld konnte und wollte man in der Seestadt scheinbar nicht aufbringen. „Aka“ stieß schon früh auf Granit. „Es kam schon nach dem ersten Pflichtspiel zum Vertrauensbruch, nach der öffentlichen Kritik vonseiten des Vereins“, erklärt er. „Für mich gehören taktische Entscheidungen allein in die Verantwortung des Trainers.“ Nach der Derbyniederlage war die Stimmung intern höchst angespannt. Die Lage spitzte sich so zu, dass Akagündüz sogar eine Vertragsauflösung anbot. Nach der Pleite am Wochenende gegen Donaufeld fiel im Vorstand die endgültige Entscheidung. Und sie führte zur nächsten Trainerentlassung beim Ostligisten.
Damit beginnt in Neusiedl abermals die Suche nach einem neuen Trainer. Vorerst wird eine interne Lösung angestrebt. Jetzt soll aber vor allem eines her: Ruhe, Stabilität und Punkte.
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